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Karrierewege über Grenzen hinweg

Karoline BuchnerNextGen Leave a Comment

Karrierewege über Grenzen hinweg

NextGen im internationalen Dialog
14. Juli 2026
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und
Angela Freche

Wie kann akademische Personalentwicklung internationaler gedacht werden? Wo gelingt das schon gut im internationalen Umfeld der HSMW?
Diese Fragen diskutierten wir in einem Workshop auf der International Week an der Hochschule Mittweida am 11. Juni 2026 gemeinsam mit unseren Kolleg:innen verschiedener Nationalitäten, unter anderem aus Polen, Frankreich, Indien, Kamerun, Kanada, Polen, Rumänien und Südafrika.

Drei Partnerprogramme, viele gemeinsame Themen

Thema der International Week in diesem Jahr war „Strengthening Higher Education Partnerships for the Digital Transformation Era“. Da es von Anfang an um den Aufbau eines Netzwerks ging, bezogen wir in die Themenfindung und Gestaltung des Workshops Partner:innen ein. Dafür konnten wir Dr. Henriëtte van den Berg von der University of the Free State in Bloemfontein in Südafrika gewinnen, die auf jahrelange Erfahrung u.a. in der Koordination des Programms „The Transformation of the Professoriate Mentoring Programme“ zurückgreifen kann. Außerdem trat uns Dr. Kristin Seffer zur Seite, die ebenfalls im Rahmen mehrerer Projekte intensiv in die Personalentwicklung involviert ist, unter anderem im Rahmen unseres „Schwesterprojekts“ unter FH-Personal ProForTHD an der Technischen Hochschule Deggendorf.

Trotz dieser sehr unterschiedlichen Standorte konnten wir schnell einige Gemeinsamkeiten identifizieren: Wir alle hatten Schwierigkeiten, geeignetes Personal für die professorale Ebene zu finden, vor allem aufgrund von Standortnachteilen. Gleichstellungsfragen bewegten uns alle. Und wir fragten uns, wie Internationalisierung so gelingen kann, dass sie Nachwuchswissenschaftler:innen wirklich unterstützt. So entstand unser Workshop-Programm, das nach einem sehr schönen ersten Kennenlerntreffen im Rahmen der International Week dann endlich in die Tat umgesetzt wurde.

Workshop

Fostering Academic Talent in Times of Demographic Change and Economic Challenges
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World Café
Teil 1 des Workshops war ein World Café mit vier verschiedenen Stationen, die von uns, unseren Kolleginnen aus Bloemfontein und Deggendorf, sowie Professorin Inga-Maria Eichentopf, Valeria Winkler sowie Dr. Flaviana Tagliaferri moderiert wurden.
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Podiumsdiskussion
Teil 2 bestand in einer Podiumsdiskussion, auf der zusammenfassend die Frage diskutiert wurde, wie Wissenschaftler:innen heute auf ihrem gesamten Karrierepfad, dem „academic life cycle“, nachhaltig unterstützt werden können, und wie internationale Zusammenarbeit dabei unterstützen kann.
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internationale Podiumsgästinnen
Neben den Workshop-Organisatorinnen konnten wir für die Podiumsdiskussion Prof. Raisa Hrinchenko (links im Bild) von der Odesa National Economic University (Odessa, Ukraine) und Dr. Julia Cañadillas (rechts im Bild) von der Babeș-Bolyai-Universität Cluj (Cluj-Napoca, Rumänien) gewinnen, die ihre Erfahrungen mit der Betreuung von Doktorand:innen einbrachten.
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Durch unser Programm mit dem Titel „Fostering Academic Talent in Times of Demographic Change and Economic Challenges“ führte unsere NextGen-Teamkollegin Jill Deschner Warner. Sie begrüßte die Teilnehmenden und übergab für eine Welcome Address an unsere Projektleiterin Prof. Dr. Ramona Kusche (auf dem Bild). Professorin Kusche hob hervor, welch große Bedeutung bei der Qualifizierung wissenschaftlichen Personals Internationalisierungsaktivitäten zukommt.
    Teil 1 des Workshops

    World Café

    Auf diese Eröffnung folgte der Pitch der 4 Thementische durch die vier Hauptmoderatorinnen:

    Tisch

    Was macht eine Hochschule heute zu einer attraktiven Arbeitgeberin?

    Dr. Kristin Seffer,
    Karoline Buchner

    Tisch

    Wie können wir Fluktuation und den Verlust talentierter Mitarbeitender an Hochschulen vermeiden?

    Dr. Henriëtte
    van den Berg

    Tisch

    Wie kann internationale Zusammenarbeit Talententwicklung stärken?

    Dr. Flaviana Tagliaferri,
    Dr. Angela Freche

    Tisch

    Welche Veränderungen in der akademischen Kultur sind notwendig, um für vielfältige High Potentials attraktiv zu bleiben?

    Valeria Winkler,
    Prof. Dr. Inga-Maria Eichentopf

    Die Teilnehmenden hatten im Anschluss die Möglichkeit, in drei Runden von jeweils zwischen 12 und 15 Minuten, an den inhaltlichen Diskussionen der World Café-Tische teilzunehmen und sich dadurch mit bis zu drei verschiedenen Themen auseinanderzusetzen.

    Zum Abschluss des World Cafés stellten die Moderatorinnen gemeinsam mit den Co-Moderatorinnen ihrer Tische die drei wichtigsten Ergebnisse der Diskussionen vor.

    Tisch 1 (Antippen, um die Ergebnisse des Tischs zu sehen)
    Tisch 1 diskutierte, wie es eine Hochschule als Arbeitgeberin heutzutage attraktiv machen kann, den Weg in ein wissenschaftliches Umfeld einzuschlagen. Die Teilnehmenden brachten kulturelle Faktoren, wie z.B. eine gastfreundliche Grundeinstellung und einen Fokus auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, strukturelle Faktoren, wie z.B. gute Arbeitsplätze, sichere Arbeitsverträge und der Abbau bürokratischer Hürden, sowie ideelle Faktoren zur Sprache, wie die Freiheit von Wissenschaft und Forschung, das Vorhandensein von Vorbildern und professionelle Entwicklungsmöglichkeiten.
    Tisch 2 (Antippen, um die Ergebnisse des Tischs zu sehen)
    Die Teilnehmenden an Tisch 2 kamen zu dem Schluss, dass sich Studienabbrüche bzw. der Ausstieg aus der Wissenschaft nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen lassen. Vielmehr verknüpften sie strukturelle Herausforderungen – etwa unklare Karriereperspektiven und eine hohe Arbeitsbelastung – mit dem Bedarf an engagiertem und verlässlichem Mentoring, unterstützender Führung und einer wertschätzenderen Wissenschaftskultur.
    Tisch 3 (Antippen, um die Ergebnisse des Tischs zu sehen)
    Wissenschaftler:innen, die sich auf eine Professur bewerben, werden auch daran gemessen, wie gut sie in der internationalen Scientific Community vernetzt sind, ob sie Partnerschaften mit Hochschulen oder Unternehmen im Ausland aufgebaut haben, ob sie Erfahrungen mit länderübergreifenden Lehrformaten haben usw. Wir waren auf der Suche nach einem Bewertungsmaßstab dafür, wie genau dies im Auswahlprozess berücksichtigt wird. Die Teilnehmenden unseres World Café-Tisches hatten dazu auch keine Erfahrungen, allerdings gibt es Qualifizierungsprogramme bei denen Internationalisierungsbemühungen durch Credits hinterlegt und damit zu leisten sind.
    Tisch 4 (Antippen, um die Ergebnisse des Tischs zu sehen)
    Um für vielfältige Nachwuchstalente attraktiv zu bleiben, muss die akademische Kultur inklusiver, flexibler und stärker sinnorientiert werden. Sie sollte interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern, auf neue Herausforderungen reagieren und sich in einer sich wandelnden Welt kontinuierlich weiterentwickeln.
    Teil 2 des Workshops

    Podiumsdiskussion

    Die auf das World Café folgende Podiumsdiskussion wurde von Karoline Buchner aus dem NextGen-Team moderiert. Karoline war gemeinsam mit Angela Freche Teil der NextGen-Seite des Orga-Teams und stand im Vorfeld in engem Austausch mit den kollaborierenden Partnerinnen.

    Die erste Diskussionsrunde befasste sich mit den Herausforderungen, die die Panelgäste bei den zu qualifizierenden Wissenschaftler:innen ihrer Hochschulen wahrnehmen und wie die entsprechenden Programme darauf reagieren.

    Dr. Hrinchenko und Dr. Cañadillas berichteten zuerst über die Promovierenden an ihren Hochschulen, gefolgt von Angela, die über die Promovierenden-Qualifizierung bei NextGen sprach. Hier war es besonders schön, dass eine Vertreterin aus Cluj mit auf dem Podium saß, denn aufgrund des fehlenden eigenen Promotionsrechts der Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Sachsen ist die Zusammenarbeit mit dem Promotionskolleg Cluj ein besonderer Gewinn. Als innovativer Ansatz, das Problem der benötigten Berufspraxis auf Postdoc Ebene zu lösen, stellte Angela anschließend den Praxis-Track im Rahmen von NextGen vor, der es Dr. Mandy Lange-Geisler und Dr. Hagen Bankwitz ermöglicht, ihre dreijährige außerhochschulische Berufspraxis durch eine 50-Prozent-Stelle in der Wirtschaft zu realisieren.

    Die zweite Fragerunde beschäftigte sich mit der Rolle von Internationalisierung und internationaler Zusammenarbeit in den unterschiedlichen Qualifizierungsprogrammen. Auch hier konnte viel aus der gelebten Praxis im Projekt NextGen einfließen: von den internationalen Hintergründen der Teammitglieder, über ihre Mitwirkungen an unterschiedlichen Arbeitspakten der Europäischen Hochschulallianz EUREKA Pro bis hin zu internationalen Lehrangeboten und Konferenzteilnahmen. Da mit Dr. Flaviana Tagliaferri unsere sehr engagierte Assistant Professorin im Publikum anwesend war, bekam sie schließlich das Wort, um ihre eigenen Erfahrungen im Bereich Internationalisierung darzustellen.

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    Die letzten 10 Minuten der Podiumsdiskussion waren offen für Fragen aus dem Publikum. Valeria Winkler, die selbst einen Thementisch zur Hochschulkultur, insb. unter Diversity-Aspekten, moderiert hatte und an der HSMW gemeinsam mit Angela im Diversity Management aktiv ist, fragte, wie Frauen im Hochschulleitungsbereich und im akademischen System allgemein besser gefördert werden können. Es entstand ein sehr interessanter Austausch, zu dem alle Expertinnen auf dem Podium ebenso wie Gäste aus dem Publikum beitrugen.
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    Jill Deschner Warner rundete den NextGen-Slot durch ihre abschließenden Worte ab. Anschließend nutzten wir das Abendprogramm der International Week, das durch die internationalen Studierenden des Studienkollegs sehr beeindruckend gestaltete Food Festival im Studierendenclub der HSMW, um uns weiter auszutauschen und über mögliche neue Projekte und Kollaborationen zu sprechen.

      Andere Länder, andere Voraussetzungen

      Ein Blick über den Tellerrand
      Deutlich wurde durch unsere Erfahrungen im Vorlauf und während des Workshops selbst, wie unterschiedlich die Umstände an den verschiedenen Hochschulen und in den verschiedenen Ländern sind – und damit auch die Probleme und Lösungsansätze. Jede internationale Perspektive auf Personalentwicklung muss diese Ungleichheiten mitdenken. Wenn wir zum Beispiel darüber diskutieren, was eine Hochschule für Mitarbeitende attraktiv macht, mag sich dies an einem Ort vor allem um Fragen der Work-Life-Balance drehen, während es an einem anderen darum geht, überhaupt einen Arbeitsplatz mit entsprechender Infrastruktur bereitzustellen. Bei Fragen der Mobilität von Studierenden und Forschenden ist oft die Finanzierung zentral. Nicht nur ist diese ungleich zugänglich und in ungleich hohem Maße erforderlich (zum Beispiel bei der Bewegung von einem Land mit niedrigen Lebenserhaltungskosten in eines mit hohen und umgekehrt). Auch andere Faktoren müssen bedacht werden: Gibt es an der Zielhochschule eine „Willkommenskultur“ und entsprechende Prozesse und Strukturen, die internationale Neuzugänge angemessen unterstützen? Haben internationale Gastwissenschaftler:innen Zugang zu lokaler Infrastruktur? Wie werden sie bei der Bewältigung bürokratischer Hürden unterstützt?

      Manches ist überall ähnlich
      Doch auch gemeinsame Themen wurden identifiziert – Gleichstellung und die Frage der Förderung von Frauen in der Wissenschaft spielte an vielen Standorten eine Rolle. Gemeinsame Hürden wurden hier benannt: Das Fehlen entsprechender Vorbilder für Kinder und Heranwachsende, ungleich verteilte Sorgearbeit, die die nötigen Investitionen in eine akademische Karriere erschwert und eine akademische Kultur, die systematisch Frauen (und Menschen mit nicht-akademischen Hintergrund) benachteiligt.
      Ich denke, alle Kolleg:innen auf dem Workshop haben einen großen Mehrwert aus den zweieinhalb Stunden ziehen können. Es ist deutlich geworden, dass wir in unserer Rolle im Bereich der wissenschaftlichen Personalentwicklung alle möglichen unterschiedlichen akademischen Lebensläufe berücksichtigen müssen, wenn wir unsere Kolleg:innen wirklich unterstützen wollen.

      Dr. Henriëtte van den Berg
      University of the Free State in Bloemfontein (Südafrika)

      Besonders eindrucksvoll war für mich, etwas über die Vielfalt der unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft in verschiedenen Ländern zu erfahren. Außerdem fand ich es toll, dass einige Studierende an unserem Workshop teilgenommen haben. Ich glaube, dass ihnen das einen Blick über den Tellerrand und eine Perspektive auf die verschiedenen Möglichkeiten einer wissenschaftlichen Laufbahn gegeben hat.

      Dr. Kristin Seffer
      TH Deggendorf

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