KI & IoT zwischen Rom und Europa
die Geschichte einer Erfahrung, die Herz, Technologie und Menschen verbunden hatErasmus+ BIP 2025
Eine Woche, acht Universitäten, unzählige VerbindungenEs gibt Erfahrungen, die nicht einfach nur etwas vermitteln – sie verändern die Art und Weise, wie man die Welt betrachtet.
Das Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) zum Thema „Artificial Intelligence (AI) and Internet of Things (IoT) for Measurement Systems in Health and Energy Sectors“ war genau eine solche Erfahrung. Eine Reise, die zunächst aus der Distanz begann – vor den Bildschirmen von acht europäischen Universitäten – und ihren Höhepunkt in einer intensiven, lebendigen, zutiefst menschlichen und inspirierenden Woche im Herzen Roms fand.
Meine Rolle
Als Dozentin der Hochschule Mittweida war ich sofort begeistert von der Einladung der Kolleginnen und Kollegen der Università Niccolò Cusano, mich an der Organisation dieses Erasmus+ BIP zu beteiligen. Auch dank der Zusammenarbeit mit Bilyal Khassenov, meinem Kollegen aus dem Projekt NextGen, konnten wir zügig auf den „Call“ der Universität Cusano reagieren und unser Lehrangebot einbringen. Persönlich hatte ich die Ehre – und auch die Verantwortung –, die erste Vorlesung des BIP zu halten: eine einführende Veranstaltung zum Thema „The role of AI and IoT in Industry 4.0“.
Die Auswahl der Inhalte zur Strukturierung und Bereicherung des Programms, die Harmonisierung der Beiträge von Lehrenden aus unterschiedlichen Ländern sowie die Anpassung der Lehrveranstaltungen an eine nicht vollständig homogene Studierendengruppe waren keine einfachen Aufgaben. Doch das Ergebnis hat allen Beteiligten große Zufriedenheit bereitet.
Ein Monat der Vorbereitung, eine unvergessliche Woche
An jedem Freitagnachmittag im Juni weckten vorberitende Online-Lehrveranstaltungen Neugier und bereiteten den Boden. Jede Sitzung war mehr als reine Theorie: Sie öffnete ein Fenster in eine Zukunft, in der KI medizinische Diagnostik unterstützt, IoT Energienetze optimiert und Messsysteme immer intelligenter, schneller und stärker auf den Menschen ausgerichtet werden.
Doch die eigentliche Magie begann im Juli, als Studierende und Lehrende schließlich in Rom zusammenkamen – zu Gast an der Università degli Studi Niccolò Cusano. Endlich gab es das erste Händeschütteln, scheues Lächeln, die sich vermischenden Sprachen … und das gemeinsame Gefühl, dass etwas Besonderes bevorstand.
Rom als Begegnungsort
Die Stadt war nicht nur Kulisse – sie war eine Mitspielerin.
Jeden Morgen füllte sich der Campus der Cusano mit europäischen Stimmen und Akzenten, mit offenen Laptops, geteilten Notizen und spontanen Diskussionen bei einem Kaffee. Die übergreifenden Vorlesungen zu KI und IoT schufen eine gemeinsame Basis, während die Sessions zu den Bereichen Health und Energy neue Talente, Ideen und Perspektiven freisetzten.
In diesen Tagen wurde Technologie zu einer gemeinsamen Sprache, die Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Slowenien, Zypern und Nordmazedonien miteinander verband.
Die Energie der Hackathons
Dann kamen die beiden Hackathons – einer zur Gesundheit, der andere zur Energie. Hier wurde alles lebendig.
Spontane Gruppen wurden zu eingespielten Teams.
Whiteboards voller Skizzen, Post-its überall, immer mehr Kaffeetassen.
Lebhafte Diskussionen, brillante Ideen, gescheiterte Versuche – und plötzlich gefundene Lösungen, vielleicht nach einem gemeinsamen Lachen oder einem scherzhaften Kommentar in einem bunten Sprachmix.
In diesen 24 Stunden kreativen Sprints war Europa ganz nah: acht Universitäten, wenige Räume, ein gemeinsames Ziel.
Das Team der Hochschule Mittweida
Neben meinem eigenen Beitrag hielt Bilyal Khassenov die Lehrveranstaltung
„AI for everyone: a hands-on introduction to using AI models“.
Viele meiner Kolleginnen und Kollegen haben das Programm in unterschiedlicher Weise unterstützt, insbesondere bei der Gewinnung und Betreuung der Studierenden:
Cornelius Hagenmeier, Synnöve Hochstein, Claudio Orlacchio und Michael Kuhl.
An oberster Stelle steht jedoch mein ganz besonderer Dank an Ulrike Worbs-Reichenbach.
Sie hat mit großem Engagement und außergewöhnlicher Sorgfalt dafür gesorgt, dass unsere Studierenden alle notwendigen Unterlagen rechtzeitig erhalten haben und mit der Unterstützung des Erasmus-Stipendiums nach Rom reisen konnten.
Sieben Studierende und Promovierende der Hochschule Mittweida haben sich der „Herausforderung“ des BIP gestellt und sind nach Rom gereist:
Alina Schönberg, Carolina da Rocha Nobre, Nicole Gottschall, Josua Walther, Moritz Pöhlandt, Kevin Blümel und Niklas Karl Nitsch.
Die Begegnung mit der Industrie
Der Besuch bei Sensor Medica öffnete ein weiteres Fenster – jenes zur realen Welt.
Die Teilnehmenden konnten modernste biomechanische Technologien aus nächster Nähe erleben, Geräte ausprobieren, Fragen stellen und Theorie mit Praxis vergleichen.
Für viele war dies der inspirierendste Moment der gesamten Woche.
Ein Programm, getragen von Menschen
Hinter all dem stand ein engagiertes Team aus Lehrenden und Forschenden aller beteiligten Universitäten.
Nicht nur Expertinnen und Experten – sondern Mentorinnen, Wegbegleiter und Reisegefährten.
Ihre Vorlesungen, ihre Worte und ihre Präsenz verwandelten ein Ausbildungsprogramm in einen echten Weg persönlicher und beruflicher Entwicklung.
Teilnehmende Universitäten
Acht europäische Hochschulen und Universitäten nahmen an dem Programm teil und trugen mit Lehrenden, Studierenden und hochwertigen Inhalten zum Erfolg des BIP bei:
- 🇮🇹 Università degli Studi Niccolò Cusano (Gastgeberinstitution)
- 🇪🇸 Universidad de Córdoba
- 🇩🇪 Hochschule Mittweida
- 🇸🇮 University of Nova Gorica
- 🇵🇱 Silesian University of Technology
- 🇬🇧🇨🇾 UCLan Cyprus
- 🇲🇰 University of Information Science & Technology „St. Paul the Apostle“ – Nordmazedonien
- 🇮🇹 Università degli Studi della Tuscia
Der letzte Tag: kein Ende, sondern ein Anfang
Die Woche in Rom endete mit den Abschlusspräsentationen: bewegte Gesichter, stolze Teams, ehrlicher Applaus.
Da war die Freude darüber, etwas Wichtiges gelernt zu haben –
aber auch die leise Melancholie, wenn man spürt, dass ein schönes Abenteuer zu Ende geht.
Und doch war klar: Dies war kein Abschied. Getauschte Kontakte, Versprechen zukünftiger Zusammenarbeit, die Idee eines Wiedersehens – vielleicht, um diesen gemeinsamen Weg aus Technologie, Forschung und Innovationsgeist fortzusetzen.


