Wie können wir Spitzenkräfte für eine Professur an unserer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) begeistern?

Für viele Teilnehmer:innen aus ganz Deutschland lautete so die entscheidende Frage beim digitalen Auftakttreffen aller 64 Gewinnerprojekte der BMBF-Förderung „FH-Professur“. Auch NextGen ist eines davon und hat, ebenso wie alle anderen, eine regional abgestimmte und zur Hochschule passende Antwort im Konzept unseres Projekts niedergeschrieben, für welches wir nun Förderung erhalten.

Einen Überblick darüber, wie andere Hochschulen an derselben Aufgabe arbeiten, war spannend und lehrreich zugleich. Aber ganz unabhängig davon, wie das Konzept aussah, zog es die Fragen der praktischen Umsetzung nach sich, denen sich jede Hochschule in den nächsten Jahren stellen wird. Nun gilt es, den theoretisch vorgezeichneten Weg zu beschreiten.

Jedes Gewinnerprojekt bereitete sich auf das Auftakttreffen mit drei kurzen Videos vor, in denen grundlegende Fragen beantwortet werden sollten. Einen Zusammenschnitt des NextGen Projektvideos sehen Sie hier.

Virtuelle Postervorstellung

Aus dem NextGen Team nahmen unsere Projektleiterin, Prof. Ramona Kusche, sowie das Projektmanagement, bestehend aus Dr. Angela Freche und mir an der vom Projektträger Jülich organisierten Auftaktveranstaltung teil.

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Die virtuelle Postervorstellung gab nicht nur uns die Gelegenheit, NextGen vorzustellen, wir konnten auch viele sehr gute und teils besonders kreative Konzepte anderer Hochschulen entdecken und feststellen, dass einige unter ihnen vor sehr ähnlich gelagerten Herausforderungen stehen wie wir.

Was wir aber ebenso feststellten: Zeitlich ist NextGen einigen anderen Hochschulen ein wenig voraus. Ein vollständig besetztes Team mit klaren Zielvereinbarungen, ein seit nunmehr sechs Monaten laufendes Qualifizierungsprogramm mit Workshops und Peer Group Sessions und nicht zuletzt eine eigene Projektwebseite, die optional ist, sind bisher in nur wenigen anderen Gewinnerhochschulen vorhanden.

Andererseits gab es auch Hochschulen, die auf Vorgängerprojekten und vorhandenen Kooperationen aufbauen konnten und bereits über spannende Erfahrungen verfügen. Ein weiterer Erfahrungsaustausch mit diesen Projekten wird viele wichtige Impulse liefern. Zu eben diesem Zweck ist aktuell ein Intranet im Entstehen begriffen, das den Austausch zwischen den beteiligten Hochschulen vereinfachen soll.

Hat die FH-Professur ein Image-Problem?

Die zu Beginn erwähnte Frage nach der Begeisterung von Spitzenkräften für HAW, hat sich während der Veranstaltung für viele Teilnehmer:innen zur Frage nach einer Image-Kampagne ausgeformt. Marketing und Sichtbarkeit stellte sich als das Thema mit den meisten Interessenten heraus, zu dem es deshalb einen vom Projektträger organisierten Workshop geben wird. Die Frage, ob Hochschul-Professuren ein Image-Problem hätten, war Teil der Diskussion.

Die Hochschule Fulda hat sich diesem Thema in ihrem Forschungskonzept intensiv gewidmet und erhält einen Teil ihrer Förderung für eine bundesweite Kampagne unter ihrer Federführung. Ziel ist, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler mit dem Karriereweg einer FH-Professur bekanntzumachen und sie über die attraktiven Möglichkeiten an einer HAW bundesweit zu informieren.

Wie kommen akademisch hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftler:innen an die für eine FH-Professur erforderliche Praxiserfahrung?

Wie kommen akademisch hoch qualifizierte Nachwuchswissen- schaftler:innen an die für eine FH-Professur erforderliche Praxiserfahrung?

So lautetet die zweite große Frage des Tages. Die Antwort vieler Projekte hieß: „Tandem-Programme“, in welchen ein Postdoc zu je 50% bei einem Unternehmen und seiner Hochschule beschäftigt ist. Da diese Möglichkeit jedoch zunächst mehr Fragen aufwarf, als sie beantwortete, wird es auch zum Thema „Tandem-Programme“ einen Workshop geben.

Die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“

Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie Diversity Konzepte und Internationalisierung standen ebenfalls hoch im Kurs und waren Teil vieler interessanter Konzepte. Das FH-Promotionsrecht, die Berufungsverfahren und die Willkommenskultur neu berufener Professoren und Professorinnen sind weitere Punkte, denen sich die Konzepte widmen.

"Wir wollen die Attraktivität von FH-Professuren steigern."

64 Projekte, ein Tenor

Untermauert wurde die Veranstaltung u.a. von einer Ansprache des Leiters der Abteilung Hochschul- und Wissenschaftssystem im BMBF, Ulrich Schüller und einer moderierten Gesprächsrunde, bestehend aus österreichischen und schweizerischen Hochschulvertreter:innen. Mit ihrem Blick von außen brachten sie ihre, sich teilweise stark von unserem Hochschulsystem unterscheidenden, Erfahrungen ein. Professor:innen in den beiden Nachbarländern werden beispielsweise nicht auf Lebenszeit berufen und vorher gezielt auf ihre Position vorbereitet.

Die Zeit wird es zeigen

Zum jetzigen Zeitpunkt können weder wir, noch die anderen 63 Projekte, Antworten auf all diese Fragen geben, doch das wird sich im Verlaufe des Projektes ändern. Ich halte Sie auf dem Laufenden!

Bis dahin können Sie sich gern einen Überblick über die anderen Gewinnerprojekte auf der Projektwebseite des Förderprogramms FH-Personal verschaffen.