Forschung / Transfer, NextGen

Wie sehen überzeugende Förderanträge aus?

Kerstin StrangfeldForschung / Transfer, NextGen Leave a Comment

Wie sehen überzeugende Förderanträge aus?

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21. Januar 2026

Förderanträge entwickeln gehört heute zu den zentralen Kompetenzen in Forschung und Hochschulentwicklung. Doch wie wird aus einer guten Idee ein überzeugender Antrag, der Fördergeber wirklich erreicht?
Genau dieser Frage widmete sich das NextGen-Team in einem zweitägigen Workshop mit Dr.in Alexandra Franzke.

Förderanträge verstehen

Wie denken Fördergeber:innen und Reviewer:innen?
Am ersten Workshoptag stand das grundlegende Verständnis von Forschungsförderung und Förderlogiken im Mittelpunkt. Manchmal scheitern auch gute Ideen an formalen oder strukturellen Schwächen. Deshalb setzten wir uns mit einer Reihe an Fragen auseinander: Wie unterscheiden sich Fördergeber? Auf welche Kriterien achtet welcher Fördergeber besonders? Was sind die entscheidenden Inhalte? Alexandra Franzke zeigte uns praxisnah, worauf Reviewer:innen besonderen Wert legen und wie wichtig eine klare Projektlogik für die Bewertung von Drittmittelanträgen ist.

Die Reviewer:innen-Perspektive

Reviewer:innen entscheiden oft in sehr kurzer Zeit, ob ein Förderantrag überzeugt. Klar formulierte Probleme, nachvollziehbare Ziele und eine stringente Projektstruktur sind dabei entscheidend. Verständlichkeit und Struktur wirken sich direkt auf die Erfolgschancen eines Antrags aus.

Von der Idee zum Konzept

Projektlogik und Canvas-Arbeit
Im nächsten Schritt ging es darum, Projektideen systematisch weiterzuentwickeln. In Gruppen analysierten wir zunächst reale Fördercalls. Wir prüften Muss-Kriterien und Ausschlüsse. Danach bildeten wir drei neue Gruppen, in denen jede eine eigene Projekt- und Antragsidee ausarbeiten durfte.

Unsere Projektidee im Workshop

Dr.in Angela Freche, Karoline Buchner, Dr.in Mandy Lange-Geisler und ich (Kerstin Strangfeld) befassten uns mit einer möglichen Nachfolge des Projekts NextGen, beziehungsweise einem Teilaspekt daraus: den Praxistracks. Zwei Praxistracks werden derzeit im Projekt NextGen durchgeführt. Sie ermöglichen Wissenschaftler:innen mit einem Arbeitsvertrag an der Hochschule Mittweida und einem weiteren Arbeitsvertrag von mindestens 50% in einem anderen Unternehmen, Praxiserfahrung zu sammeln, ohne den Anschluss an die Hochschule zu verlieren. Einschlägige Praxiserfahrung außerhalb der Hochschule ist eine Berufungsvoraussetzung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW). Für viele Wissenschaftler:innen stellt diese Anforderung eine Hürde auf ihren akademischen Werdegang dar. Vertraglich geregelte Praxistracks sollen helfen, diese Hürde zu überwinden.
Um schnell ins Thema eintauchen zu können, nutzten wir vorbereitete Canvas-Templates, in denen wir zentrale Elemente wie Problemstellung, Zielsetzung, Innovation und Nutzen herausarbeiteten. Hier spielten auch die Fördercalls wieder eine Rolle, deren Passung zur eigenen Idee wir prüften. Besonders deutlich wurde dabei, wie wichtig es ist, die Stärken des eigenen Teams im Antrag sichtbar zu machen, zum Beispiel Interdisziplinarität, Praxisnähe und Transferorientierung. Auch die Vernetzung innerhalb der Institution ist ein Kriterium, das Vertrauen in die Umsetzbarkeit des Antrags erzeugt und ihn somit wertvoller macht.

Arbeitspakete im Förderantrag

Struktur schafft Vertrauen

Der zweite Workshoptag fokussierte sich auf die im Antrag beschriebene Umsetzung des geplanten Projekts. Im Antrag muss glaubhaft wiedergegeben werden, in welchen Einzelschritten, sprich in welchen Arbeitspaketen (Workpackages, WP) das Projekt durchgeführt werden soll.
Dabei ging es nicht mehr nur um Inhalte, sondern vor allem um Struktur, Logik und Umsetzbarkeit. WP müssen nachvollziehbar sein.

Was sind Workpackages (WP)?

Workpackages gliedern einen Förderantrag in klar definierte Projektphasen. Jedes Arbeitspaket beschreibt Ziel, Aktivitäten und Ergebnisse. Für Fördergeber:innen sind WPs ein zentraler Indikator dafür, ob ein Projekt realistisch geplant, logisch aufgebaut und durchführbar ist.
In einer praxisnahen Übung entwickelten unsere drei Teams erste Arbeitspakete, wie sie in echten Förderanträgen gefordert werden. Schnell wurde klar, dass eine gute WP-Struktur nicht nur die Verständlichkeit erhöht, sondern auch die Glaubwürdigkeit eines Antrags.

Perfekt abgemischt

Der Workshop überzeugte durch die gelungene Balance zwischen Input und Gruppenarbeit. Theorie und Praxis griffen nahtlos ineinander, während der Austausch im Team neue Perspektiven eröffnete. Der Workshop kam ausgesprochen gut an. Der Workshop gabt uns, neben klaren Handlungshilfen und Werkzeugen, auch jede Menge nützlicher Tipps, die wir für zukünftige Projektanträge verwenden können.

Zwei intensive Tage zeigten uns, dass ein guter Förderantrag kein Zufallsprodukt ist, sondern dass ein strukturierter Entwicklungsprozess dahintersteckt. Der Workshop vermittelte nicht nur Methoden, sondern stärkte auch das gemeinsame Verständnis dafür, wie aus Ideen überzeugende, förderfähige Projekte entstehen.

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