Machtspiele
und mikropolitische Kompetenz in der WissenschaftWissenschaft als soziales System
Ein zentraler Aspekt des Workshops war der Blick auf wissenschaftliche Organisationen als komplexe soziale Systeme. Forschung findet nicht nur auf der Ebene von Themen, Projekten und Ergebnissen statt, sondern ist immer auch von Beziehungen, Interessen und institutionellen Strukturen geprägt.
In diesem Zusammenhang setzten wir uns damit auseinander, wie unterschiedliche Akteur:innen innerhalb eines Systems miteinander interagieren und welche Rolle individuelle Interessen, Kommunikationswege und organisatorische Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit und den Projekterfolg spielen können.

Macht- und Privilegienstrukturen im Hochschulkontext - Das Venn-Diagramm verdeutlicht zentrale Einflussbereiche innerhalb der akademischen Welt, eingebettet in ihren gesellschaftlichen Kontext. Es zeigt die Komplexität machtpolitischer Strukturen an Hochschulen.
(Übersetzt aus: Ross, J. N., Dey, P., Baffour, E., Abdellatiff, Y., Tjan, E., Guadagnolo, D., Laliberte, N., & Rawle, F. (2022). Visualizing the power and privilege of failure in higher education. Imagining SoTL: Selections from the Banff Symposium, 2. https://doi.org/10.29173/isotl609)
Mikropolitik im Arbeitsalltag
Was ist eigentlich Mikropolitik?
Darunter werden alltägliche Strategien und Handlungsmöglichkeiten verstanden, mit denen Menschen ihren Handlungsspielraum in Organisationen erweitern oder Entscheidungen beeinflussen können.
Wir beleuchteten verschiedene Bereiche, in denen solche Dynamiken sichtbar werden können, etwa in Netzwerken und Kooperationen oder im Umgang mit Emotionen und Erwartungen innerhalb von Teams.
Dynamiken und Zusammenarbeit
Verschiedene Faktoren prägen die Zusammenarbeit in wissenschaftlichen Teams. Neben Aufgaben und Projekten spielen auch Beziehungen, Erwartungen und Hierarchien eine Rolle. Diese beeinflussen unter anderem Entscheidungsprozesse, Sichtbarkeit von Ideen und die Verteilung von Aufgaben innerhalb von Teams. Zugleich wurde die Bedeutung von Vertrauen und offener Kommunikation für eine konstruktive Zusammenarbeit betont.
Ein Workshop im Rampenlicht
Zu Beginn wurde der Workshop von einem Kamerateam der Chemnitzer Agentur Cookie Film begleitet, die derzeit einen Projektfilm über NextGen produzieren. So wurden Diskussionen und Stimmungsbilder des Tages festgehalten, die einen kleinen Blick „hinter die Kulissen“ wissenschaftlicher Zusammenarbeit ermöglichen.
Fazit
Wir erlebten einen Tag voller Perspektiven auf ein oft unsichtbares Thema: Macht, Einfluss und Mikropolitik in der Wissenschaft. Auch wenn nicht alle Fragen beantwortet wurden, bot der Workshop Raum für ehrliche Gespräche, feine Beobachtungen und manches Aha-Erlebnis zwischen den Zeilen und in den Gruppenarbeiten.


