Die Zukunftist hier?

Acht Mitglieder hat es also, dieses Team „NextGen“. Unterschiedlich alt, unterschiedlicher fachlicher Herkunft, unterschiedlich weit in der akademischen Laufbahn und unterschiedlich in ihren Erfahrungen.
Wieso ist das NextGen? Was soll diese acht dazu qualifizieren?

Das erste was auffällt ist, dass diese Gruppe zukünftiger Lehrkräfte an der Hochschule sich zunächst mal ganz aktiv darzustellen scheint. Gruppenbild im HSMW-Newsletter, eigene Subdomain mit bunter Website, stylische Fotos eines wohl ganz selbstbewussten Teams. Ist das also NextGen? Macht sie das zur moderneren, innovativeren oder einfach nur ein bisschen poppigeren Generation neuer Dozenten?

Natürlich nicht.

„Die Zukunft ist hier.“ hat eine durchaus doppelte Bedeutung: Einerseits sind wir hier als ein Teil der Hochschul-Zukunft und andererseits bekennen wir uns dazu, die Zukunft für uns selbst hier, an der Hochschule Mittweida, zu sehen.

Acht Absolventen dieser und anderer Hochschulen entscheiden sich also für Mittweida und damit auch gegen eine (weitere) Karriere in der Wirtschaft, an anderen Standorten oder mit anderen Optionen.
Damit folgen wir dem Ruf oder Vorschlag unserer Mentorinnen und Mentoren und werden Teil dieses NextGen-Projektes. Dass das nicht nur Freiheiten, Vorteile und luxuriöse Förderung bedeutet ist uns dabei absolut bewusst. NextGen ist ein Qualifizierungsprogramm, das uns zusätzliche Kompetenzen vermitteln und abfordern wird – und zwar auf Basis von klaren Zielvereinbarungen. Wer sich das Qualifizierungsmodell ansieht und dieses probeweise auf sich selbst oder die eigene Laufbahnentwicklung bezieht wird erkennen: Da ergeben sich für jeden individuelle Herausforderungen und auch harte Arbeit…

Wir sind aufgefordert, neue Impulse zu geben. Also werden wir in den Fakultäten und Studienrichtungen eigene Rollen und Themen finden und auch Neues versuchen.Ich persönlich möchte die Interdisziplinarität deutlich verstärken.

Jens Heinrich
Teammitglied NextGen

Anspruch undWirklichkeit

Wie kann man als frisch zusammengestelltes Team zügig ein erstes gemeinsames Projekt verwirklichen? Was ist möglich zwischen 8 Teammitgliedern + 3 Projektmanagerinnen, die sich zuvor noch nie gesehen haben, geschweige denn miteinander gearbeitet haben?

Das Vorhaben – auch für das Reporting an die Fördermittelgeber – einen möglichst konsistenten Onlineauftritt zu schaffen mündete schnell in die Frage: Kann man ein neues, langfristig angelegtes Leuchtturmprojekt wie NextGen auf der aktuellen Website der Hochschule adäquat darstellen? Repräsentiert uns eine Unterseite der noch länger in Überarbeitung befindlichen nicht responsiven Typo3 Seite so, wie wir das wollen? (Link)
Das „Nein“ als Antwort machte unzufrieden aber aktiv, also entstand in kurzer Zeit das Layout eines alternativen Auftrittes, den wir mehr als NextGen empfanden.

Und schon war sie da: Die Verbindung zu meiner beruflichen Zeit in der freien Wirtschaft vor der Rückkehr an die Hochschule Mittweida als Kreativer, Konzeptioner, Redakteur und Producer in der Live-Kommunikation. Schon konnte ich mich einbringen mit Ideen, konkretem Gestalten und Umsetzen an dieser Seite, die uns jetzt als Team NextGen vorstellt. Dass das auf direktes Mit-Engagement aller Teammitglieder und der Projektleitung stieß schien da schon fast normal.

Dass diese Website vielleicht nicht jedem gefallen wird, der unter „Hochschule“ einen puren Ort der Wissenschaft versteht, dass dieses Selbstporträt innerhalb der Hochschule für Diskussionen sorgt und durch Art und Aufmachung eventuell polarisiert, ist klar. Aber wenn wir nur den Anspruch vor uns hertragen, „NextGen“ zu sein, ohne zu zeigen, was das bedeuten könnte, dann bleibt alles schlichter Anspruch – ohne Wirklichkeit.

Wir sollen und wollen Impulse geben, Diskussionen in Gang setzen und halten und aus eigenem Anspruch Wirklichkeit machen. Die NextGen Website ist unser erster Aufschlag in diesem Sinne.

Jens Heinrich
Teammitglied NextGen

Von folgenzu führen

Was empfinden wir als „NextGen“ an diesem Ergebnis?
Zunächst ist es ein lebender Beleg dafür, dass wissenschaftlich orientierte Menschen in der Lage sind, ihre Themen und Ergebnisse auch plakativ und anschaulich zu publizieren. Niemand stellt den Wert einer hochwissenschaftlichen und sachlichen Textarbeit in Frage. Der Sinn des Forschens und wissenschaftlichen Publizierens ist der faktische Erkenntnisgewinn und -austausch, und es ist Intention, eigene Arbeiten und behandelte Fragestellungen für andere Wissenschaftler:innen zugänglich und zitierfähig zu machen.

Aber was ist mit der NextGen der Studierenden? Was ist mit der Öffentlichkeit, den Medien, den Partnern, Mittelgebern und „nur Interessierten“? Zweitrangig? Oder egal?
Meine Meinung ist: Wissenschaft und ihre Ergebnisse müssen zugänglich bleiben. Open Content muss auch Public Content und Understandable Content sein. Dafür braucht es zeitgemäße und Multi-Device-kompatible Plattformen, die uns ermöglichen, unsere Themen, Schwerpunkte und Projekte attraktiv aufbereitet digital zu veröffentlichen – und dadurch auch selbst als Autor einer NextGen wahrgenommen zu werden.

Formate wie TED oder re:publica beweisen längst, dass die Zeit des „unter sich bleibens und schreibens“ vorbei ist. Studierende von morgen wollen Dozenten im Morgen. Das ist selbst für uns als Nachwuchswissenschaftler manchmal herausfordernd. Nichts, das es nicht schon irgendwo gibt, nichts, das nicht ein anderer schon total sozial medial auf irgendeinen Kanal gestellt hat.

Aber das wird sich nicht ändern.
Also wollen wir nicht folgen, sondern führen und wollen versuchen, NextGen zu sein.

Wir brauchen eine Darstellung unserer Wissenschaftler:innen, Lehrenden und deren Arbeit und Ergebnissen, die über das Auflisten von Titeln und Publikationen hinausgeht.

Jens Heinrich
Teammitglied NextGen

Wir wollen.

Haben wir das mit unserer Selbstvorstellung in dieser Form erreicht?
Vieles wirkt vergleichbar. Dank Open Source CMS-Systemen sehen Websites von Großkonzernen, Mittelständlern, Institutionen, Hochschulen, Arztpraxen oder dem Verein nebenan alle ähnlich aus.

Dennoch merken wir: Notwendige Veränderungen, um den Surf- und Sehgewohnheiten unserer breiten Zielgruppe – nämlich Studierenden, Kollegen und Öffentlichkeit – entgegenzukommen sind nicht trivial.
Es reicht nicht mehr, als Profilbild den privaten Fotoausschnitt mit 150×150 Pixel Größe hochzuladen, es ist enttäuschend, wenn der eine sich persönlich vorstellt, der andere aber nicht, und es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, wenn auf dem Smartphone abends im Hotelbett oder auf der Zugfahrt (denn so wird ein Großteil der Informationen abgerufen) in Inhalten herumgezoomt werden muss, um etwas zu erkennen.

Also sind wir responsiv, also schauen bei uns Menschen auf großen Fotos auch mal frech zur Seite, gibt es lebendige Unschärfen, andersartige Bildmotive, persönliche Antworten auf einfache Fragen und große plakative Textmodule mit kernigen Aussagen. Das mag auf den pragmatischen Forscher selbstverliebt wirken, oder anbiedernd oder „drüber“. Aber: Wir stellen uns gerne einem Akzeptanzvergleich bei den genannten Zielgruppen.

Wir wollen
Neues ausprobieren,
uns der Diskussion stellen,
Impulse geben,
Dinge anders machen,
für die Hochschule Mittweida auffallen.

Das ist unsere Aufgabe.
Und wir nehmen sie an.